Perth nach Augusta

Mittlerweile in Perth angekommen, machte ich mich am vergangenen Freitag (27. April) bei strahlendem Sonnenschein auf, zur Erkundung der viertgrößten Stadt Australiens. Da sich mein Hotel etwas außerhalb befand, war schon der Weg in Richtung Innenstadt, durch den »Kagoshima Park«, über die »Heirisson Island« und entlang des »Langley Park« sehr vielversprechend. Der erste Eindruck der »Elizabeth Quay« war eher negativ, da hier gerade zwei große Wohnungsbauprojekte realisiert werden. Mit seinen wunderschön angelegten Wegen, die einem einen anderen, tollen Blick auf die Stadt geben, vielen Restaurants und Cafés, hatte es mir dieser Platz aber schnell sehr angetan. Nach vielen weiteren Stationen in der Innenstadt, wie etwa der architektonisch sehr tollen Staatsbibliothek, der »Saint Mary’s Cathedral« mit ihren wunderschönen Kirchenfenstern und dem alten Observatorium, zog es mich am Nachmittag endlich in den »Kings Park«. Dieser Stadtpark ist einfach riesig, wunderschön, und bietet durch seine etwas außerhalb gelegene und erhöhte Lage auf dem »Mount Eliza« eine imposante Sicht auf die Stadt. Ein wunderschöner und erlebnisreicher botanischer Garten und Buschland laden zum erholen und entspannen ein. Auf dem »Lotterywest Federation Walkway« (09 – 17 Uhr) spaziert man unter dem Blätterdach großer Eukalyptusbäume und am Boden auf dem knapp 1,2 km langen »Bushland Nature Trail« vergisst man für kurze Zeit sogar gänzlich, dass man sich eigentlich in einer lauten Großstadt befindet. Auf einer der zahlreichen weiten und grünen Wiesen im Park lässt es sich super entspannen und neue Kraft tanken. Definitiv einer der schönsten und abwechslungsreichsten Stadtparks, die ich bisher gesehen habe.

Am darauffolgenden Tag (28. April) war das erste Ziel mit meinem zuvor in Perth entgegengenommenen Maui-Campervan die Stadt Fremantle. Dort stand, neben einer kurzen Besichtigung der Innenstadt, ein Besuch »hinter Gittern« auf dem Programm. In der knapp 80 Minuten dauernden, geführten Tour »Behind Bars« (21$) wurden wir durch die einzelnen Abschnitte des »Fremantle Prison« geführt. Mit teils lustigen, teils sehr ernsten Geschichten wurde uns das harte Leben und die Zustände hinter Gittern im Zeitraum zwischen 1887 und 1991 von unserem Tour-Guide näher gebracht. Beklemmend war vor allem der Besuch des Gebäudes, in denen bis 1964 die Hinrichtungen durch Erhängen stattfanden – ein Balken, eine Schlinge und eine Falltür. Ich dachte ich bin im falschen Film. Die Todesstrafe wurde im Bundesstaat Westaustralien übrigens erst 1984 abgeschafft. Das »Fremantle Prison« – mittlerweile UNESCO Weltkulturerbe – wurde 1855 in Betrieb genommen und, nach mehreren Erweiterungen, 1991 geschlossen. Kaum vorstellbar, dass es bis zu diesem Tag noch keine fest installierten Toiletten in den Zellen gab, sondern lediglich Metalleimer. Eine sehr interessante und zu empfehlende Tour.

Meine Reise führte mich an diesem Tag noch ein gutes Stück weiter gen Süden, wo ich auf dem sehr entlegenen Zeltplatz »Martins Camp Lake« im »Yalgorup National Park« meine erste Nacht verbrachte.

Am Sonntagmorgen (29.04.) fuhr ich zunächst nach Busselton an die »Geographe Bay«. Hier kann man auf dem mit 1.841 m längsten auf Holzpflöcken gebauten Pier der Welt – dem »Busselton Jetty« – eine etwas andere Art des Sonntagsspaziergangs erleben. 😉

Am Nachmittag versüßten dann wahre Gaumenfreuden meinen Tag. Die Region um »Margaret River« ist ein sehr großes Weinanbaugebiet, das vor allem für die Weine Chardonnay und Cabernet Sauvignon weltberühmt ist. An den Straßen finden sich dementsprechend unzählige Schilder und wahrscheinlich könnte man hier eine ganze Woche verbringen und man hätte noch nicht alle Weingüter besucht. Meine Wahl viel auf das »Deep Woods« (guter Rosé und fabelhafter Cabernet!) Weingut und das »Aravina Estate« (wunderschönes Anwesen). Bei beiden konnte ich exzellente Weine probieren und den ein oder anderen edlen Tropfen erstehen 😉

Zum Abschluss des Tages besuchte ich im »Leeuwin-Naturaliste National Park« noch die »Mammoth Cave« (22,50$), eine von mehreren Kalksteinhöhlen in dieser Region, bevor es zu den Sanddünen ging, um den traumhaften Sonnenuntergang zu bewundern.

Am Montagmorgen (30.04.) fuhr ich weiter nach Augusta um den mit 39 m dritthöchsten Leuchtturm Australiens am »Cape Leeuwin« zu besuchen. Auf einer geführten Tour (20$) ging es bis nach oben auf 31,5 m oder 47,5 m über dem Meeresspiegel. Und das ganze noch auf den von 1896 original eingebauten Wendeltreppen aus Eisen. Obwohl ich oben auf dem Rundbalkon zunächst etwas Höhenangst hatte, wollte ich nach zehn Minuten gar nicht mehr weg von hier oben, da sowohl der Ausblick als auch die frische Meeresbrise, die einem um den Kopf wehte, süchtig machten. An diesem Kap treffen sich übrigens auch der Indische und der Südliche Ozean.

2 Antworten auf “Perth nach Augusta”

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